Trizyklische Antidepressiva (TZA)
Trizyklische Antidepressiva (TZA) waren die ersten in den 1950er-Jahren entwickelten Antidepressiva. Sie sind hochwirksam, haben aber mehr Nebenwirkungen als SSRI und SNRI, weshalb sie heute nicht mehr Mittel der ersten Wahl sind. Sie hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin, blockieren aber zusätzlich histaminerge, cholinerge und alpha-adrenerge Rezeptoren — verantwortlich für die unerwünschten Wirkungen.
Wichtige TZA: Amitriptylin (sedierend, hilfreich bei Depression mit Schlafstörung und chronischen Schmerzen), Nortriptylin (besser verträglich), Clomipramin (besonders wirksam bei Zwangsstörung und Depression), Imipramin.
Charakteristische Nebenwirkungen: Sedierung, Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt, Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie und — bei Überdosierung — schwere kardiale Toxizität. Deshalb werden sie mit Vorsicht verschrieben und bei Suizidrisiko besonders zurückhaltend abgegeben (die letale Dosis liegt niedriger als bei SSRI).
Sie werden weiterhin eingesetzt, wenn SSRI/SNRI nicht ausreichend gewirkt haben, bei chronischen Schmerzen (Amitriptylin niedrig dosiert), zur Migräneprophylaxe und bei Zwangsstörungen (Clomipramin).
Praktisches Beispiel
Paulo hat eine therapieresistente Depression und neuropathische Schmerzen. Nachdem zwei SSRI und ein SNRI nicht ausreichend wirkten, verschrieb der Psychiater Amitriptylin in steigender Dosierung. Anfangs war Paulo stark müde (der Arzt riet, es abends einzunehmen), aber nach sechs Wochen besserten sich sowohl Stimmung als auch Schmerzen.
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