Therapieresistente Depression
Von therapieresistenter Depression (TRD) spricht man, wenn kein ausreichendes Ansprechen auf mindestens zwei Antidepressiva unterschiedlicher Wirkstoffklassen erfolgt, die in angemessener Dosis und Dauer eingesetzt wurden (in der Regel 6–8 Wochen in therapeutischer Dosis). Etwa 30 % der Menschen mit Major Depression sind betroffen.
Zu den Ansätzen bei TRD gehören: Optimierung der aktuellen Medikamentendosis, Wechsel zu einer anderen Wirkstoffklasse, Augmentation (Hinzufügen eines weiteren Wirkstoffs zum Antidepressivum — Lithium, Quetiapin, Aripiprazol, Buspiron), Kombination mehrerer Antidepressiva sowie nicht-pharmakologische Behandlungen wie Elektrokonvulsionstherapie (EKT), transkranielle Magnetstimulation (TMS) und intranasales Esketamin (Spravato — kürzlich für TRD zugelassen).
Ebenso wichtig ist die Abklärung von Ursachen einer „Pseudoresistenz": Fehldiagnose, unbehandelte Begleiterkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Substanzmissbrauch, bipolare Störung), unregelmäßige Medikamenteneinnahme oder unzureichende Dosierung.
Praktisches Beispiel
Nach zwei Jahren mit Depression versuchte Renata Fluoxetin (unzureichendes Ansprechen), dann Sertralin (schlecht verträglich), dann Venlafaxin (teilweises Ansprechen). Der Psychiater ergänzte Lithium zu Venlafaxin — eine Augmentationsstrategie. Nach acht Wochen zeigte sich bei Renata endlich eine deutliche Besserung.
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