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Depressions-Glossar

Saisonale Depression — Saisonal Affektive Störung (SAD)

Die Saisonal Affektive Störung (SAD, im Deutschen auch saisonale Depression) ist eine Unterform der Depression mit saisonalem Muster: wiederkehrende depressive Episoden, die zu bestimmten Jahreszeiten beginnen und enden — am häufigsten im Herbst/Winter (bei geringerer Sonnenlichtexposition) mit Remission im Frühling/Sommer.

Zu den klassischen Symptomen zählen: Hypersomnie (übermäßiger Schlaf), Heißhunger (vermehrtes Essen, besonders auf Kohlenhydrate), Gewichtszunahme, Lethargie, gedrückte Stimmung, sozialer Rückzug und Konzentrationsschwierigkeiten. Das Bild unterscheidet sich leicht von der klassischen Major Depression — Hypersomnie und Heißhunger sind häufiger als Schlaflosigkeit und Appetitverlust.

Der Mechanismus umfasst Veränderungen im zirkadianen Rhythmus sowie im Melatonin- und Serotoninsystem als Reaktion auf die geringere Lichtmenge. Die Prävalenz ist stark breitengradabhängig: In nördlichen Ländern wie Deutschland und insbesondere Skandinavien ist sie deutlich höher als in äquatornahen Regionen.

Die Behandlung umfasst Lichttherapie (morgendliche Exposition gegenüber hochintensivem Kunstlicht), eine an SAD angepasste KVT sowie bei Bedarf SSRI.

Praktisches Beispiel

Immer wenn der Winter beginnt, wird Rodrigo „zu einem anderen Menschen" — er schläft 10 Stunden, wacht aber erschöpft auf, isst deutlich mehr (vor allem Brot und Nudeln), hat keine Energie mehr, um auszugehen, und verspürt eine gedrückte Stimmung, die bis in den September anhält. Im Frühling geht es ihm ohne Behandlung wieder besser — dieses Muster wiederholt sich seit 4 Jahren.

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