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Depressions-Glossar

Anhedonie

Anhedonie ist die Unfähigkeit oder deutlich verminderte Fähigkeit, Freude an Aktivitäten zu empfinden, die zuvor angenehm waren. Sie ist eines der beiden Kernsymptome der Major Depression (neben der gedrückten Stimmung) und liegt praktisch bei jeder relevanten depressiven Episode vor.

Es werden zwei Arten unterschieden: die konsumatorische Anhedonie (keine Freude während der Aktivität selbst) und die antizipatorische Anhedonie (keine Vorfreude oder Motivation, die Aktivität überhaupt zu beginnen). Bei Depression liegen meist beide Formen vor — die Person empfindet nicht nur keine Freude bei Dingen, die sie früher liebte, sondern kann sich auch kaum motivieren, damit überhaupt anzufangen.

Neurobiologisch hängt Anhedonie mit einer Funktionsstörung der dopaminergen Belohnungsschaltkreise zusammen — insbesondere der mesolimbischen Bahnen. Deshalb ist die Verhaltensaktivierung (sich zum Handeln zwingen, auch ohne Lust) ein zentraler Bestandteil der Behandlung: Bei Depression geht das Handeln der Motivation voraus, nicht umgekehrt. „Warten, bis man Lust verspürt" hält die Anhedonie aufrecht.

Praktisches Beispiel

Früher spielte Ana leidenschaftlich gerne Gitarre. Mit der Depression blieb die Gitarre monatelang unberührt. Das ist keine Faulheit — Ana weiß, dass sie es mochte, aber sie verspürt nicht die geringste „Lust" darauf, und wenn jemand darauf besteht, dass sie spielt, empfindet sie dabei keinerlei Freude. Das ist Anhedonie.

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