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Depressions-Glossar

Wochenbettdepression (postpartale Depression)

Die Wochenbettdepression (postpartale Depression, PPD) ist eine depressive Episode, die während der Schwangerschaft oder in den ersten vier Wochen nach der Geburt auftritt (nach DSM-5), klinisch aber zu jedem Zeitpunkt im ersten Jahr nach der Geburt anerkannt wird. Sie betrifft zwischen 10 % und 20 % der Mütter und ist die häufigste Komplikation im Wochenbett.

Sie darf nicht mit dem „Baby Blues" verwechselt werden — einem leichten, vorübergehenden Stimmungstief, das bis zu 80 % der Mütter in den ersten 10 Tagen erleben und das sich von selbst löst. Die Wochenbettdepression ist intensiver, hält länger an und beeinträchtigt die Fähigkeit, sich um das Baby und sich selbst zu kümmern.

Zu den Symptomen zählen: gedrückte Stimmung, Anhedonie, extreme Erschöpfung (über das mit einem Neugeborenen zu erwartende Maß hinaus), Gefühle der Unzulänglichkeit als Mutter, starke Angst, Schwierigkeiten beim Bindungsaufbau zum Baby, aufdringliche Gedanken, dem Baby zu schaden (ich-dyston — die Person will das nicht, und die Gedanken erschrecken sie selbst), und in schweren Fällen eine Wochenbettpsychose.

Die Behandlung umfasst Psychotherapie (KVT, IPT), eine mit vielen Antidepressiva vereinbare Stillzeit (die Entscheidung trifft die Ärztin/der Arzt), soziale Unterstützung und bei Bedarf stationäre Behandlung. Es ist entscheidend, dass Mütter ohne Schuldgefühle Hilfe suchen — die Wochenbettdepression ist eine medizinische Erkrankung, kein moralisches Versagen.

Praktisches Beispiel

Fernanda hat sich immer gewünscht, Mutter zu werden. Drei Wochen nach der Geburt erwartet sie Freude zu empfinden, spürt aber Leere. Sie weint viel, hat das Gefühl, keine „gute genug" Mutter zu sein, kann kaum schlafen, selbst wenn das Baby schläft, und denkt manchmal: „Mein Kind hätte eine bessere Mutter verdient." Halten solche Gefühle an, deuten sie auf eine Wochenbettdepression hin, die fachliche Behandlung erfordert.

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