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Depressions-Glossar

Cortisol und Depression

Cortisol ist das wichtigste Stresshormon des menschlichen Körpers, das von den Nebennieren als Reaktion auf die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA-Achse) produziert wird. Bei Depression ist diese Achse häufig überaktiv — was zu chronisch erhöhten Cortisolwerten führt.

Chronisch erhöhtes Cortisol hat neurobiologische Folgen: Es verringert die Neuroplastizität (die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden), kann Neuronen im Hippocampus schädigen (einer für Gedächtnis und emotionale Regulation entscheidenden Region) und stört den Schlaf sowie andere hormonelle Systeme. Das erklärt teilweise kognitive Symptome der Depression: Konzentrationsschwierigkeiten, beeinträchtigtes Gedächtnis und das Gefühl von „Gehirnnebel" (Brain Fog).

Der Kreislauf aus Stress, Depression, erhöhtem Cortisol und verstärkten Symptomen ist einer der Mechanismen, durch die belastende Ereignisse depressive Episoden auslösen und aufrechterhalten können. Wirksame Behandlungen der Depression (Antidepressiva, Psychotherapie) normalisieren die HHNA-Achse mit der Zeit — einer der biologischen Marker der Genesung.

Praktisches Beispiel

Gabriela durchlebte eine Phase intensiven beruflichen Stresses, bevor sie eine Depression entwickelte. Ihre Ärztin erklärte, dass chronischer Stress das Stressreaktionssystem des Gehirns „dysregulieren" und dadurch anfälliger für depressive Episoden machen kann — und dass die Behandlung helfen wird, dieses System wieder zu „rekalibrieren".

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