Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein medizinisches Verfahren unter Vollnarkose, bei dem elektrische Ströme durch das Gehirn geleitet werden und einen kurzen, kontrollierten Krampfanfall auslösen. Sie ist die wirksamste verfügbare Behandlung bei schwerer, therapieresistenter Depression — mit Remissionsraten von 70–90 % bei therapieresistenten und psychotischen Depressionen, höher als bei jedem Antidepressivum.
Die moderne EKT unterscheidet sich grundlegend von der Darstellung in Horrorfilmen. Sie erfolgt unter Vollnarkose, mit Muskelrelaxation und unter Überwachung. Die Patientin/der Patient ist während des gesamten Eingriffs bewusstlos. In der Regel sind 6–12 Sitzungen (3 pro Woche) bei akuter Depression nötig, bei Bedarf mit anschließenden Erhaltungssitzungen.
Häufigste Nebenwirkungen: vorübergehende Verwirrtheit und Kurzzeitgedächtnisverlust, die meist nach Abschluss der Behandlung abklingen. Langzeitgedächtnisverlust ist möglich, aber selten. Bei bestimmten Herz- und neurologischen Erkrankungen ist die EKT kontraindiziert.
In Deutschland wird die EKT an psychiatrischen Universitätskliniken und ausgewählten Fachkliniken angeboten und ist bei schwerer, therapieresistenter, lebensbedrohlicher Depression (einschließlich Katatonie und Psychose) indiziert, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben.
Praktisches Beispiel
Eduardo hatte eine schwere Depression mit Suizidgedanken und sprach über zwei Jahre auf vier Antidepressiva nicht an. Der Psychiater schlug EKT vor — Eduardo hatte wegen des Stigmas zunächst Bedenken, stimmte aber nach einem Gespräch mit dem Arzt und eigener Recherche zu. Nach 10 Sitzungen erlebte er zum ersten Mal seit zwei Jahren eine Remission.
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