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Autismus-Glossar

PECS — Bildaustausch-Kommunikationssystem

PECS (Picture Exchange Communication System) ist ein strukturiertes AAC-System, das Menschen ohne funktionale verbale Kommunikation beibringt, sich durch den Austausch von Bildern/Symbolen mit einer Kommunikationspartnerin oder einem Kommunikationspartner zu verständigen. Entwickelt 1985 von Andy Bondy und Lori Frost, umfasst es sechs aufeinander aufbauende Phasen — vom Tausch eines Bildes gegen einen gewünschten Gegenstand bis zur Verwendung vollständiger Sätze und dem Kommentieren der Umgebung.

PECS wurde ursprünglich für autistische Kinder entwickelt, wird aber bei jeder Person mit AAC-Bedarf eingesetzt. Es gibt umfangreiche Belege für seine Wirksamkeit beim Aufbau funktionaler Kommunikation, und Studien zeigen, dass es die Sprachentwicklung häufig fördert — statt sie zu hemmen.

PECS erfordert eine gezielte Schulung der Kommunikationspartner:innen (Eltern, Lehrkräfte, Therapeut:innen), um wirksam zu funktionieren — insbesondere die Initiierungsphasen (das Kind muss den Austausch selbst beginnen, nicht nur reagieren).

💡 Praktisches Beispiel

In Phase 1 von PECS lernt Lucas, dass die Übergabe des Bildes „Ball" an die Therapeutin dazu führt, dass er den Ball bekommt. In Phase 3 lernt er, das richtige Bild aus mehreren Optionen auszuwählen. In Phase 5 lernt er, einen vollständigen Satz zu bilden: „ich möchte" + Bild des Gegenstands. Nach 18 Monaten nutzt er 80 Symbole funktional.

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