Shutdown
Ein Shutdown ist die nach innen gerichtete Reaktion auf Überlastung — das äußere Gegenstück zum Meltdown. Statt nach außen zu explodieren, zieht sich die Person vollständig zurück: Sie hört auf zu sprechen oder reduziert die Kommunikation drastisch, hat Schwierigkeiten, Sprache zu verarbeiten, kann „abwesend" oder „eingefroren" wirken und hat eine stark eingeschränkte Fähigkeit, mit der Umgebung zu interagieren. Es ist die Art, wie sich das Nervensystem schützt, indem es Input und Output minimiert.
Ein Shutdown wird häufig weniger als Krise erkannt als ein Meltdown, weil er still verläuft — die Person verursacht keine sichtbare Störung. Doch das innere Leiden kann genauso intensiv sein oder noch intensiver. Die Unsichtbarkeit des Shutdowns führt oft zu weniger Unterstützung und zu Druck, „da wieder rauszukommen", was die Situation verschlimmern kann.
Menschen, die häufig Shutdowns erleben, entwickeln oft eigene Erholungsstrategien: eine ruhige, reizarme Umgebung, eine bevorzugte Aktivität mit geringem Aufwand oder einfach Zeit allein.
💡 Praktisches Beispiel
In langen Meetings, in denen mehrere Personen gleichzeitig sprechen, erlebt Sofia einen Shutdown: Sie hört auf, sich zu beteiligen, hat Schwierigkeiten, das Gesagte zu verarbeiten, und starrt auf einen festen Punkt. Kolleginnen und Kollegen denken, sie sei desinteressiert — dabei befindet sie sich in völliger Überlastung.
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