Asperger-Syndrom
Das Asperger-Syndrom war eine offizielle Diagnose des DSM-IV (1994–2013) für Menschen mit autistischen Merkmalen ohne bedeutsame Verzögerung der Sprach- oder allgemeinen kognitiven Entwicklung. Im DSM-5 (2013) wurde es als „ASS Grad 1" in die Autismus-Spektrum-Störung integriert — eine Änderung, die innerhalb der autistischen Community erhebliche Debatten auslöste.
Viele Menschen, die vor 2013 mit Asperger diagnostiziert wurden, halten weiterhin an der Identität „Aspie" fest — nicht zuletzt, weil ASS Grad 1 die Besonderheiten, die die Asperger-Diagnose transportierte, nicht vollständig abbildet. Andere bevorzugen die breitere autistische Identität.
Häufig damit verbundene Merkmale (heute unter ASS Grad 1): intensives Interesse an bestimmten Themen, Schwierigkeiten mit sozialer Gegenseitigkeit und nicht-wörtlicher Sprache, Hyper- oder Hyposensibilität gegenüber Sinnesreizen, Bevorzugung von Routinen sowie häufig hohe sprachliche und kognitive Fähigkeiten.
💡 Praktisches Beispiel
Thiago erhielt 2010 die Diagnose Asperger. Er arbeitet als Programmierer (sein Spezialinteresse seit der Jugend), hat erhebliche Schwierigkeiten bei Meetings und informellen sozialen Interaktionen und bevorzugt schriftliche Kommunikation. Im aktuellen System würde er als ASS Grad 1 beschrieben.
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