Masking (Autismus-Camouflage)
Masking ist der Prozess, autistische Merkmale zu unterdrücken, zu verbergen oder zu kompensieren, um in sozialen Situationen neurotypisch zu wirken. Dazu gehören: Stimming unterdrücken, Blickkontakt erzwingen, soziale Skripte auswendig lernen, das Verhalten von Gleichaltrigen nachahmen, Schwierigkeiten verbergen und eine „soziale Fassade" aufbauen, die sich deutlich vom inneren Selbst unterscheidet.
Masking hat hohe Kosten: Es verbraucht erhebliche kognitive und emotionale Energie, erzeugt eine Diskrepanz zwischen dem „präsentierten Ich" und dem „echten Ich" und steht in engem Zusammenhang mit Angst, Depression, Erschöpfung und autistischem Burnout. Es ist bei autistischen Frauen ausgeprägter — was zur späten Diagnose in dieser Gruppe beiträgt.
Masking ist oft nicht vollständig bewusst — viele autistische Menschen haben das Camouflieren in der Kindheit automatisch als soziale Überlebensstrategie erlernt. Zu erkennen, dass man maskiert — und dass dies Kosten hat —, ist ein wichtiger Schritt.
💡 Praktisches Beispiel
Nachdem Fernanda an einem Arbeitstag Blickkontakt gehalten, passende Witze gemacht, an Gesprächen über Themen teilgenommen hat, die sie nicht interessieren, und ihr Stimming acht Stunden lang unterdrückt hat, kommt sie völlig erschöpft nach Hause — als hätte sie einen sozialen Marathon gelaufen. Sie maskiert in großem Umfang.
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