Start/Autismus-Glossar/Stimming (Autostimulation)
Autismus-Glossar

Stimming (Autostimulation)

Stimming ist die Kurzform von „self-stimulatory behavior" — sich wiederholende Verhaltensweisen wie Körperschaukeln, Handflattern (Hand Flapping), Hüpfen, Drehen, wiederholte Lautäußerungen, Beißen, Drücken, das Reiben von Oberflächen, das Wiederholen von Wörtern oder Sätzen und vieles mehr. Es kommt bei autistischen Menschen und Menschen mit ADHS vor, aber auch bei neurotypischen Menschen (Beinwippen, Haare drehen).

Stimming erfüllt mehrere Funktionen: sensorische und emotionale Selbstregulation (Umgang mit sensorischer Über- oder Unterstimulation), Ausdruck intensiver Gefühle (Freude, Aufregung, Angst, Frustration), Unterstützung von Fokus und Verarbeitung in ermüdenden Gesprächen sowie schlicht sensorisches Vergnügen.

Die Unterdrückung von Stimming — die in historischen Verhaltensansätzen zentral war — nimmt der Person ein Regulationswerkzeug und führt häufig zu Leid. Die Neurodiversitätsbewegung setzt sich für die Akzeptanz von harmlosem Stimming ein.

💡 Praktisches Beispiel

Beatriz schaukelt vor und zurück, wenn sie aufgeregt oder ängstlich ist — das ist das Stimming, mit dem sie intensive emotionale Zustände reguliert. Als es unterdrückt wurde (in der Schule wurde sie dafür zurechtgewiesen), fiel es ihr deutlich schwerer, Emotionen zu verarbeiten und zu regulieren. Zu Hause, wo sie frei stimmen kann, ist sie deutlich stabiler.

Wissen in die Praxis umsetzen

Ausgeglichener Geist vereint Werkzeuge, die für den autistischen Geist entwickelt wurden.

Funktioniert direkt im Browser — nichts zu installieren.

Kostenlos starten