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Autismus-Glossar

Sensorische Integration

Sensorische Integration ist der neurologische Prozess, mit dem das Gehirn sensorische Informationen aus mehreren Quellen — Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken, Propriozeption (Körperposition), Vestibularsystem (Gleichgewicht/Bewegung) und Interozeption (innere Empfindungen) — organisiert und interpretiert, um angepasste Reaktionen auf die Umgebung zu erzeugen.

Eine Störung der sensorischen Integration — auch als sensorische Verarbeitungsstörung bezeichnet — ist bei Autismus und auch bei ADHS äußerst häufig. Sie äußert sich in untypischen Reaktionen auf Reize: Hypersensibilität (stark verstärkte Sinneswahrnehmung), Hyposensibilität (weniger reaktive Sinneswahrnehmung) oder gezieltes Suchen bestimmter Reize (Sensory Seeking).

Die sensorische Integrationstherapie, durchgeführt von Ergotherapeut:innen, nutzt strukturierte sensorische Aktivitäten, um dem Nervensystem zu helfen, Reize effizienter zu verarbeiten. Sie zählt zu den am häufigsten genutzten Interventionen bei Autismus und ADHS mit ausgeprägter sensorischer Komponente.

💡 Praktisches Beispiel

Ein:e Ergotherapeut:in stellt fest, dass Lucas eine auditive Hypersensibilität hat (alltägliche Geräusche sind schmerzhaft), eine taktile Hyposensibilität (leichte Berührung ist unangenehm, tiefer Druck hingegen angenehm) und vestibuläres Reizsuchen zeigt (er liebt Drehen und Schaukeln). Die Therapie umfasst strukturierte sensorische Aktivitäten, die das Nervensystem schrittweise „kalibrieren" sollen.

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