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Autismus-Glossar

Interozeption

Interozeption ist der innere Sinn, der den Zustand des eigenen Körpers wahrnimmt — Herzfrequenz, Temperatur, Schmerz, Hunger, Durst, Toilettenbedürfnis, Müdigkeit, körperliche Begleiterscheinungen von Emotionen. Sie wird oft als „achter Sinn" bezeichnet und vom autonomen Nervensystem gesteuert.

Autistische Menschen haben häufig eine untypische interozeptive Verarbeitung, die sich zeigen kann als: Schwierigkeit, Hunger zu erkennen (Essen vergessen) oder Durst wahrzunehmen, Schmerz erst bemerken, wenn er stark ist, Schwierigkeit, Müdigkeit vor dem völligen Erschöpfungszustand zu spüren, sowie Alexithymie (Schwierigkeit, Emotionen zu erkennen, weil die interozeptiven Signale, die sie anzeigen, nicht klar verarbeitet werden).

Interventionen mit Fokus auf Interozeption — wie das von Kelly Mahler entwickelte Curriculum — helfen dabei, ein Körper-Geist-Bewusstsein aufzubauen, und verbessern sowohl die Selbstversorgung als auch die Emotionsregulation.

💡 Praktisches Beispiel

Marina bemerkt oft erst, dass sie hungrig ist, wenn sie durch Unterzuckerung starke Kopfschmerzen bekommt. Sie verarbeitet die Hungersignale, die die meisten Menschen automatisch wahrnehmen, nicht klar. Mit der Zeit lernt sie, Alarme und geplante Körperchecks zu nutzen — externe Strategien, die die untypische Interozeption ausgleichen.

Wissen in die Praxis umsetzen

Ausgeglichener Geist vereint Werkzeuge, die für den autistischen Geist entwickelt wurden.

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