Sensorische Diät
Die sensorische Diät (Sensory Diet) ist ein individueller Plan sensorischer Aktivitäten, die gezielt in den Tagesablauf eingebaut werden, um dem Nervensystem zu helfen, einen optimalen Regulationszustand zu halten — weder in Unterstimulation (Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten) noch in Überlastung (Meltdown, Angst). Sie wurde von der Ergotherapeutin Patricia Wilbarger entwickelt.
Eine sensorische Diät umfasst „aktivierende" Aktivitäten (die ein unterstimuliertes System aktivieren — Hüpfen, Geräusche, intensive taktile Stimulation) und „beruhigende" Aktivitäten (die ein überaktives System regulieren — rhythmisches Schaukeln, tiefer Druck, ruhige Musik). Die Ergotherapeutin oder der Ergotherapeut bewertet das sensorische Profil und verordnet konkrete Aktivitäten für bestimmte Tageszeiten.
Die sensorische Diät ist kein „Heilmittel" — sie ist eine Bewältigungsstrategie, die Regulation und Lebensqualität verbessert, wenn sie konsequent umgesetzt wird.
💡 Praktisches Beispiel
Mateus’ sensorische Diät umfasst: 10 Minuten Trampolinspringen vor der Schule (aktivierend und regulierend), Kompressionsleggings tagsüber (propriozeptiv und beruhigend), eine 5-minütige Pause mit kinetischem Sand nach jeweils 30 Minuten Schularbeit sowie 20 Minuten rhythmisches Schaukeln nach der Ankunft zu Hause.
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