AAC — Unterstützte und Alternative Kommunikation
AAC (Unterstützte und Alternative Kommunikation) umfasst alle Kommunikationsmethoden jenseits des Sprechens — oder solche, die das Sprechen ergänzen, wenn es nicht ausreicht. Dazu zählen: PECS (Picture Exchange Communication System), Kommunikationstafeln mit Symbolen/Fotos, sprachgenerierende Geräte (High-Tech), Gebärdensprache, Schreiben/Tippen sowie Kommunikations-Apps auf Tablets und Smartphones.
AAC wird von autistischen Menschen mit eingeschränkter oder fehlender verbaler Kommunikation genutzt sowie von Menschen mit anderen Erkrankungen (Zerebralparese, ALS, Aphasie). Es gibt zunehmend Belege dafür, dass AAC die Sprachentwicklung nicht hemmt — im Gegenteil, sie wird häufig erleichtert, da der Druck auf einen schwierigen Kommunikationskanal verringert wird.
Der Mythos, AAC solle nur als „letztes Mittel" eingesetzt werden, wenn feststeht, dass sich Sprache „nicht entwickeln wird", wird zunehmend überwunden. Der aktuelle Trend geht dahin, AAC frühzeitig als Unterstützung einzuführen — nicht als Ersatz für Kommunikation.
💡 Praktisches Beispiel
Guilherme, 6 Jahre, nutzt ein Tablet mit einer AAC-App zur Kommunikation — er wählt Symbole aus, die das Gerät vorliest. Das hat ihm ermöglicht, sich auszudrücken und an Schulaktivitäten teilzunehmen, die vorher nicht möglich waren. Parallel dazu begann er, mehr Wörter zu sprechen — die AAC hat die Sprachentwicklung ergänzt, nicht ersetzt.
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