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Autismus-Glossar

ABA — Angewandte Verhaltensanalyse

ABA (Applied Behavior Analysis) ist ein Ansatz auf Grundlage verhaltensanalytischer Prinzipien, der positive Verstärkung nutzt, um erwünschtes Verhalten zu fördern und als problematisch eingestuftes Verhalten zu reduzieren. Es ist die Autismus-Intervention mit der umfangreichsten Forschungsgrundlage und der stärksten Verankerung in gesundheitspolitischen Regelungen der USA.

Modernes ABA unterscheidet sich stark von umstrittenen historischen Praktiken. Zeitgenössisches ABA (etwa das Early-Start-Denver-Modell) ist kindzentriert, spielerisch und auf Motivation und funktionale Kommunikation ausgerichtet. Dennoch bleibt ABA innerhalb der autistischen Community erheblich umstritten — autistische Erwachsene, die intensives ABA durchlaufen haben, berichten von traumatischen Erfahrungen, Unterdrückung der eigenen Identität und dem Erlernen von Masking.

Die Debatte um ABA ist komplex und nicht schwarz-weiß. Die Qualität der Umsetzung variiert enorm. Es ist wichtig, sowohl die Ziele (Funktionsfähigkeit und Wohlbefinden des Kindes versus neurotypisches Erscheinungsbild) als auch die Methode (positive Verstärkung versus Unterdrückung natürlicher Verhaltensweisen) zu hinterfragen.

💡 Praktisches Beispiel

Modernes versus historisches ABA: Historisches ABA nutzte aversive Bestrafung, um autistische Verhaltensweisen (einschließlich Stimming) zu eliminieren. Zeitgenössisches ABA nutzt positive Verstärkung, um funktionale Kommunikations- und Selbstständigkeitsfähigkeiten zu vermitteln, mit einer an den Interessen des Kindes ausgerichteten Agenda und Zielen, die für die Familie und das Kind selbst bedeutsam sind.

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