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Autismus-Glossar

Monotropismus

Monotropismus ist eine von Dinah Murray, Mike Lesser und Wenn Lawson vorgeschlagene Theorie, wonach Autismus grundlegend durch einen Aufmerksamkeitsstil gekennzeichnet ist, der dazu neigt, sich intensiv auf eine geringere Zahl von Interessen oder Bereichen gleichzeitig zu konzentrieren, statt die Aufmerksamkeit breiter zu verteilen (wie bei der sogenannten polytropen Verarbeitung neurotypischer Menschen).

Monotropismus kann viele autistische Merkmale erklären: die Spezialinteressen (ein intensiv fokussierter Aufmerksamkeitskanal), die Schwierigkeit mit Multitasking, die durch Unterbrechungen verursachte Störung (das Verlassen des Aufmerksamkeits-„Tunnels" ist mit Kosten verbunden), das Bedürfnis nach vorhersehbaren Routinen (um unerwartete Aufmerksamkeitsanforderungen zu minimieren) und sogar die Schwierigkeit bei gleichzeitig geführten Gesprächen.

Diese Theorie wird von der autistischen Community gut aufgenommen, weil sie die innere Erfahrung treffender abbildet als das „Defizit"-Modell — und praktische Konsequenzen für die Unterstützung hat (abrupte Wechsel minimieren, den Fokus respektieren, im Voraus über Übergänge informieren).

💡 Praktisches Beispiel

Wenn Felipe tief in sein Programmierprojekt (Spezialinteresse) vertieft ist, ist es sehr störend, ihn abrupt zum Abendessen zu unterbrechen — nicht aus Trotz, sondern weil das Verlassen des „Aufmerksamkeits-Tunnels" reale kognitive Kosten verursacht. Eine Vorwarnung von 15 Minuten ermöglicht es ihm, den Übergang schrittweise vorzubereiten.

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