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Autismus-Glossar

Doppelte Außergewöhnlichkeit (2e)

Doppelte Außergewöhnlichkeit (2e, von „twice exceptional") bezeichnet Menschen, die gleichzeitig hohe intellektuelle Fähigkeiten oder außergewöhnliche Begabungen und eine neurologische Entwicklungsform wie Autismus, ADHS, Legasthenie oder andere aufweisen. Diese Kombination erzeugt ein besonderes Profil, bei dem Stärken die Schwierigkeiten überdecken können (und umgekehrt).

2e-Personen werden häufig unzureichend erkannt — die hohe Begabung überdeckt die Schwierigkeiten („ist zu intelligent, um ADHS zu haben") oder die Schwierigkeiten überdecken die Begabung („hat Autismus, wie kann er/sie da hochbegabt sein?"). Das Ergebnis: Häufig erhalten sie weder angemessene Unterstützung für ihre Schwierigkeiten noch angemessene Förderung ihrer Fähigkeiten.

Das schulische Umfeld ist für 2e-Personen besonders herausfordernd: oft unterfordernd für die kognitiven Fähigkeiten, aber ohne angemessene Unterstützung bei Lern- und sozial-emotionalen Schwierigkeiten.

💡 Praktisches Beispiel

Sofia, 10 Jahre, hat ASS Grad 1 und einen IQ von 138. In der Schule braucht sie keine akademische Unterstützung (sie lernt neue Inhalte schnell), hat aber erhebliche sozial-emotionale, sensorische und regulatorische Schwierigkeiten, die keine Beachtung finden, weil sie „schulisch sehr gut zurechtkommt". Sie ist 2e — erhält aber für keine der beiden Dimensionen Unterstützung.

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