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Angst-Glossar

Kampf-oder-Flucht-Reaktion

Die Kampf-oder-Flucht-Reaktion (fight-or-flight response) ist die automatische physiologische Aktivierung, die den Organismus darauf vorbereitet, einer Bedrohung entgegenzutreten oder vor ihr zu fliehen. Sie umfasst die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol, einen Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck, die Umverteilung von Blut zu den Muskeln, eine Erweiterung der Pupillen und die Drosselung nicht dringend benötigter Funktionen wie Verdauung und Immunantwort.

Diese Reaktion ist angesichts realer Bedrohungen sinnvoll — bei Angststörungen wird sie jedoch chronisch oder in Kontexten aktiviert, die keine reale Gefahr darstellen. Das Ergebnis sind körperliche Angstsymptome (Herzklopfen, Atemnot, Muskelverspannung) ohne objektive Bedrohung.

Neben Kampf und Flucht identifiziert die neuere Forschung eine dritte Reaktion: „Freeze" (Erstarren) oder „Fawn" (beschwichtigendes Verhalten) — beobachtbar in vielen Situationen sozialer Angst und bei PTBS.

💡 Praktisches Beispiel

Eine Person mit sozialer Angst aktiviert die Kampf-oder-Flucht-Reaktion, wenn sie eine Präsentation halten muss — derselbe Mechanismus, der beim Entkommen vor einem Raubtier nützlich wäre. Das Herz rast, die Hände zittern, die Stimme versagt — nicht weil eine Gefahr besteht, sondern weil das Nervensystem soziale nicht von körperlichen Bedrohungen unterscheidet.

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