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Angst-Glossar

Graduelle Exposition

Graduelle Exposition ist eine zentrale therapeutische Technik in der Behandlung von Angststörungen, bei der gefürchtete Situationen, Objekte oder Gedanken schrittweise konfrontiert werden — beginnend mit dem am wenigsten angstauslösenden Reiz und fortschreitend zum schwierigsten. Ziel ist es, in der gefürchteten Situation zu bleiben, bis die Angst auf natürliche Weise nachlässt (Habituation), und dem Gehirn dadurch zu vermitteln, dass die Situation sicher ist.

Die Exposition durchbricht den Kreislauf aus Vermeidung → Erleichterung → Verstärkung der Angst. Jede erfolgreiche Exposition zeigt dem Alarmsystem, dass die Situation bewältigbar ist. Mit Wiederholung nimmt die Angst schrittweise ab.

Exposition kann in vivo (reale Situation), in sensu (lebhafte Vorstellung), interozeptiv (bei Panik — bewusstes Hervorrufen der gefürchteten körperlichen Empfindungen) oder virtuell (Virtual Reality) erfolgen. Sie ist der wirksamste und am besten belegte Bestandteil vieler Interventionen bei Phobien, Panik und sozialer Angst.

💡 Praktisches Beispiel

Zur Behandlung einer Hundephobie kann die Expositionshierarchie so beginnen: 1) ein Foto eines Hundes ansehen → 2) ein Video anschauen → 3) einen Hund aus der Ferne durch eine Scheibe sehen → 4) sich mit einem kleinen Hund im selben Raum aufhalten → 5) sich annähern → 6) ihn berühren. Jeder Schritt wird erst dann weitergeführt, wenn die Angst der aktuellen Stufe deutlich abgenommen hat.

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