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Angst-Glossar

Habituation

Habituation ist der neurobiologische Prozess, bei dem die Reaktion auf einen Reiz mit wiederholter Exposition gegenüber demselben Reiz abnimmt. Sie ist der Mechanismus, der erklärt, warum graduelle Exposition bei der Behandlung von Phobien und Angst wirkt: Durch anhaltenden Kontakt mit dem gefürchteten Reiz, ohne ihn zu vermeiden, nimmt die Angstreaktion auf natürliche Weise ab.

Früher ging man davon aus, dass Habituation der zentrale Wirkmechanismus der Exposition ist. Neuere Forschung deutet darauf hin, dass der zentrale Mechanismus die aktive Hemmung ist — das Gehirn lernt eine neue Assoziation („X ist sicher"), die die Angstreaktion hemmt, ohne die ursprüngliche Angst zu löschen. Deshalb sollte Exposition wiederholt in unterschiedlichen Kontexten geübt werden — die erlernte Hemmung ist kontextspezifisch.

Praktische Konsequenz: Die Angst kann auch nach erfolgreicher Exposition in einem bestimmten Kontext in neuen Kontexten „zurückkehren" — das ist kein Scheitern der Behandlung, sondern zeigt die Notwendigkeit, die Exposition zu generalisieren.

💡 Praktisches Beispiel

Eine Person mit Aufzugsphobie, die Exposition in einem bestimmten Aufzug übt, kann in diesem Aufzug eine reduzierte Angst verspüren, aber in einem anderen Aufzug wieder stärkere Angst — was die Kontextspezifität der erlernten Hemmung zeigt.

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