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Autismus-Glossar

Katatonie bei Autismus

Katatonie bei Autismus ist eine Bewegungs- und Verhaltensstörung, die sich äußert als: Bewegungslosigkeit, starre Körperhaltung, extreme Verlangsamung von Bewegungen, Schwierigkeit, willentliche Handlungen zu beginnen, Wiederholung von Bewegungen (Echopraxie), plötzlicher oder verstärkter Mutismus und in schweren Fällen fehlende Reaktion auf Reize. Sie tritt bei autistischen Menschen deutlich häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung — Schätzungen reichen von 12 bis 17 %.

Katatonie bei Autismus wird häufig mit Regression, Burnout oder einer „Verschlechterung des Autismus" verwechselt — und kann jahrelang unerkannt bleiben. Sie tritt häufiger im Jugendalter auf (eine Phase mit hohem Übergangsstress) und bei autistischen Menschen mit höherem IQ (die möglicherweise gelernt haben, auf eine Weise zu kompensieren, die die Katatonie verschleiert).

Die wirksamste Behandlung umfasst niedrig dosiertes Lorazepam (ein Benzodiazepin), mit häufig deutlicher Besserung. Elektrokrampftherapie (EKT) wird in schweren, therapieresistenten Fällen eingesetzt. Genauso wichtig ist das Erkennen und Reduzieren der Stressfaktoren, die die Episoden auslösen.

💡 Praktisches Beispiel

Mit 16 Jahren begann Mateus (autistisch, zuvor mit guter verbaler Kommunikation), für einfache Aufgaben wie das Anziehen stundenlang zu brauchen, blieb mitten in der Bewegung wie eingefroren stehen und verlor einen Teil seiner Sprache. Nach Jahren, in denen dies als „Depression" und „Verschlechterung des Autismus" behandelt wurde, erhielt er die Diagnose autistische Katatonie und sprach gut auf Lorazepam an.

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