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Autismus-Glossar

Autismus-Diagnose (ASS-Diagnose)

Die Autismus-Diagnose ist eine klinische Diagnose — es gibt keinen Bluttest oder kein bildgebendes Verfahren, das sie bestätigt. Sie wird von einem multidisziplinären Team gestellt (Fachärztin oder Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie oder Psychiatrie, zusammen mit Psycholog:innen) mittels Interviews, direkter Beobachtung und standardisierter Instrumente.

Am häufigsten genutzte Instrumente: ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule) — eine standardisierte Verhaltensbeobachtung in einer halbstrukturierten Situation; ADI-R (Autism Diagnostic Interview-Revised) — ein ausführliches Interview mit Eltern beziehungsweise Bezugspersonen zur Entwicklungsgeschichte. Die Kombination beider Verfahren erhöht Sensitivität und Spezifität.

In Deutschland ist der Zugang zur Diagnostik ungleich verteilt: Geschulte Fachpersonen konzentrieren sich in Ballungsräumen, und die Wartezeiten bei sozialpädiatrischen Zentren (SPZ), Autismus-Ambulanzen und der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) können mehrere Monate betragen. Erwachsene wenden sich meist an spezialisierte Autismus-Ambulanzen an Universitätskliniken oder niedergelassene Fachpersonen mit ASS-Schwerpunkt.

💡 Praktisches Beispiel

Die Abklärung des 3-jährigen Pedro umfasste: einen Termin bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie (vollständige Entwicklungs- und Gesundheitsanamnese), eine ADOS-2-Sitzung (die Fachperson beobachtet, wie Pedro mit Spielzeug interagiert, auf seinen Namen reagiert und kommuniziert) sowie ein ADI-R-Gespräch mit den Eltern (zwei Stunden Interview zur Entwicklung seit der Geburt).

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