Trennungsangst
Trennungsangst ist die übermäßige Angst im Zusammenhang mit der Trennung von Bindungsfiguren (Eltern, Partnerin oder Partner, Kinder). Sie ist bei Babys und Kleinkindern normal und altersgemäß — sie gehört zur Entwicklung dazu. Zu einer Störung wird sie, wenn sie über den zu erwartenden Entwicklungszeitraum hinaus bestehen bleibt oder wenn das Ausmaß der Angst unverhältnismäßig ist und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.
Im DSM-5 kann die Trennungsangststörung auch bei Erwachsenen diagnostiziert werden — dort kann sie sich als übermäßige Sorge um Partnerin, Partner oder Kinder, Schwierigkeiten, ohne die Bindungsperson zu schlafen, oder Schwierigkeiten, das Haus zu verlassen, äußern.
Sie tritt häufiger bei Kindern auf, die keine ausreichende Bindungssicherheit entwickelt haben, nach bedeutsamen Verlusten oder Trennungen, oder in Familien mit hoher elterlicher Angst.
💡 Praktisches Beispiel
Michael, 7 Jahre alt, weigert sich anhaltend, zur Schule zu gehen, weint intensiv bei der Trennung, klagt nur an Schultagen über körperliche Beschwerden (Bauch-, Kopfschmerzen) und hat Schwierigkeiten, allein einzuschlafen — ein Muster, das seit Monaten anhält und sein soziales und schulisches Leben erheblich beeinträchtigt.
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