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Angst-Glossar

Toleranz gegenüber Ungewissheit

Toleranz gegenüber Ungewissheit ist die Fähigkeit, zu handeln und zu funktionieren, ohne absolute Gewissheit über den Ausgang von Situationen zu haben. Sie ist eine zentrale Fähigkeit, die in der GAS-Behandlung trainiert wird — denn die Intoleranz gegenüber Ungewissheit ist einer der wichtigsten Faktoren, die chronisches Sorgen aufrechterhalten.

Menschen mit geringer Toleranz gegenüber Ungewissheit deuten Ungewissheit als bedrohlich („wenn ich nicht weiß, was passieren wird, könnte es etwas Schlimmes sein") und nutzen Sorgen als (fehlerhafte) Kontrollstrategie. Die Sorge erzeugt die Illusion von Vorbereitung — „wenn ich mir nur genug Sorgen mache, bin ich auf das Schlimmste vorbereitet".

Die Technik zur Toleranz gegenüber Ungewissheit arbeitet genau entgegengesetzt: bewusste Exposition gegenüber Ungewissheit in Situationen mit geringem Risiko, um das Nervensystem zu trainieren, das Unbehagen der Ungewissheit zu tolerieren, ohne mit übermäßiger Sorge zu reagieren.

💡 Praktisches Beispiel

Übung zur Toleranz gegenüber Ungewissheit: das Haus verlassen, ohne mehrfach zu prüfen, ob die Tür abgeschlossen ist (auch ohne absolute Gewissheit, sie tatsächlich abgeschlossen zu haben). Die verbleibende Ungewissheit ist unangenehm, aber die Person lernt, dass sie dieses Unbehagen aushalten kann, ohne dass eine Katastrophe eintritt.

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