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Angst-Glossar

SSRI — Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) sind die am häufigsten verschriebene Klasse von Antidepressiva bei Angststörungen und Depression. Sie wirken, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin im synaptischen Spalt blockieren und dadurch die Verfügbarkeit dieses Neurotransmitters erhöhen. Beispiele: Fluoxetin, Sertralin, Escitalopram, Paroxetin, Fluvoxamin.

Trotz der Bezeichnung „Antidepressivum" sind SSRI bei allen wichtigen Angststörungen wirksam: GAS, Panikstörung, sozialer Phobie, Zwangsstörung und PTBS. Sie gelten für diese Erkrankungen als Pharmakotherapie der ersten Wahl. Die volle therapeutische Wirkung tritt erst nach 4-8 Wochen ein, und Nebenwirkungen (Übelkeit, Schlaflosigkeit, sexuelle Funktionsstörungen) bessern sich häufig mit der Zeit.

Sie machen im klassisch-pharmakologischen Sinn nicht abhängig, doch ein abruptes Absetzen kann ein Absetzsyndrom verursachen — deshalb sollten sie unter ärztlicher Begleitung schrittweise ausgeschlichen werden. Es handelt sich um verschreibungspflichtige Medikamente, deren genaue Verordnung in Deutschland durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt festgelegt wird.

💡 Praktisches Beispiel

Sertralin bei GAS: Die Ärztin beginnt mit einer niedrigen Dosis (50 mg), erhöht sie bei Bedarf schrittweise (bis zu 200 mg), und die volle Wirkung kann 6-8 Wochen dauern. Viele Patientinnen und Patienten berichten von einer besseren Schlafqualität und weniger Muskelverspannung, noch bevor sich die Sorgen merklich verringern.

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