Benzodiazepine
Benzodiazepine sind angstlösende Medikamente, die die Wirkung von GABA (dem wichtigsten hemmenden Neurotransmitter des Gehirns) verstärken und dadurch rasch — meist innerhalb von Minuten bis Stunden — sedierend, angstlösend und krampflösend wirken. Beispiele: Diazepam, Alprazolam, Clonazepam, Lorazepam.
Sie sind hochwirksam zur schnellen Linderung von Angst und Panikattacken. Für den Dauergebrauch haben sie jedoch bedeutende Nachteile: Toleranzentwicklung (höhere Dosen für dieselbe Wirkung nötig), körperliche Abhängigkeit (Entzugssymptome beim Absetzen), Sedierung und kognitive Beeinträchtigung — und sie behandeln nicht die zugrunde liegende Ursache der Angst.
Aktuelle Leitlinien empfehlen den Einsatz von Benzodiazepinen bei Angst vorzugsweise kurzfristig (Wochen, nicht Monate), als „Brücke", bis SSRI ihre Wirkung entfalten, oder für punktuelle Situationen — nicht als Dauerbehandlung. Es handelt sich um verschreibungspflichtige Medikamente, deren Verordnung in Deutschland eng ärztlich begleitet werden muss.
💡 Praktisches Beispiel
Clonazepam kann zu Beginn der GAS-Behandlung hilfreich sein — es lindert die akute Angst, während das gleichzeitig verschriebene Sertralin noch nicht wirkt (4-8 Wochen). Sobald Sertralin wirkt, wird Clonazepam schrittweise abgesetzt, um eine Abhängigkeit zu vermeiden.
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