Sport und Angst
Körperliche Bewegung ist eine der am besten belegten Interventionen bei Angst — mit einer Wirksamkeit, die bei leichter bis mittelschwerer Angst mit Antidepressiva vergleichbar ist. Zu den Mechanismen zählen: Senkung von Cortisol und Adrenalin, Erhöhung von Serotonin und Dopamin, Ausschüttung von Endorphinen, Regulierung des zirkadianen Rhythmus (der Schlaf und Angst beeinflusst) sowie ein Habituationseffekt gegenüber körperlichen Aktivierungsempfindungen (der die Angst vor körperlichen Empfindungen bei Angststörungen reduziert).
Besonders hilfreich bei Panikstörung: Aerobes Training erzeugt Herzklopfen, Schwitzen und Atemnot — dieselben bei Panik gefürchteten Empfindungen — in einem sicheren Kontext. Das entspricht im Grunde einer interozeptiven Exposition, die die Person gegenüber den körperlichen Empfindungen desensibilisiert, die Panik auslösen.
Die Art der Bewegung ist weniger entscheidend als die Regelmäßigkeit: 30 Minuten mäßig intensive aerobe Aktivität 3-5-mal pro Woche ist eine praktische, evidenzbasierte Empfehlung.
💡 Praktisches Beispiel
Robert hat eine Panikstörung und fürchtete sich vor dem Joggen, weil das rasende Herz ihn an die Panik erinnerte. Mit Unterstützung seines Therapeuten begann er zu gehen und dann mäßig zu laufen — und bemerkte, dass die körperlichen Empfindungen beim Sport anders und aushaltbar sind als bei Panik. Seine Angst vor Herzklopfen ging deutlich zurück.
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