Nächtliche Angst
Nächtliche Angst ist die Verstärkung von Angstsymptomen in der Nacht — grüblerische Gedanken, die sich beim Zubettgehen intensivieren, Sorgen, die sich „aufdrängen", wenn die Stille die Ablenkungen des Tages entfernt, oder Aufwachen mitten in der Nacht mit intensiver Angst. Sie ist bei Angst äußerst häufig und hat sowohl biologische (höheres Cortisol am späten Abend und frühen Morgen) als auch psychologische Komponenten (weniger verfügbare Ablenkung).
Nächtliche Angst kann einen Teufelskreis erzeugen: Angst → Schlaflosigkeit → Schlafmangel → mehr Angst am folgenden Tag → mehr nächtliche Angst. Und die Angst, nicht schlafen zu können, trägt selbst zu mehr Angst rund um den Schlaf bei.
Spezifische Strategien umfassen: eine „Abschalt"-Routine vor dem Schlafengehen (ohne Bildschirme, ruhige Aktivität), Sorgen auf Papier festhalten, Atemtechniken und eine zeitliche Begrenzung des Wachliegens im Bett.
💡 Praktisches Beispiel
Julia kommt tagsüber verhältnismäßig gut zurecht, doch sobald sie sich hinlegt, beginnen die sorgenvollen Gedanken: der Bericht von morgen, das schwierige Gespräch mit der Mutter, die Rechnungen des Monats. Was tagsüber überschaubar war, wird nachts überwältigend, und sie liegt häufig stundenlang wach.
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