EMDR — Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine von Francine Shapiro entwickelte Psychotherapie, ursprünglich für PTBS. Dabei werden traumatische oder belastende Erinnerungen verarbeitet, während die Person eine bilaterale Stimulation erfährt (Augenbewegungen, alternierende Töne oder Berührungen). Sie verfügt über solide Evidenz bei PTBS und wird derzeit auch für andere Angststörungen untersucht.
Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass die bilaterale Stimulation während der Verarbeitung der belastenden Erinnerung deren Integration erleichtert — ähnlich wie im REM-Schlaf, wo schnelle Augenbewegungen die Verarbeitung von Erinnerungen begleiten. Das Ergebnis ist eine Reduktion der mit der Erinnerung verbundenen emotionalen Belastung.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt EMDR als Erstlinienbehandlung für PTBS bei Erwachsenen und Kindern.
💡 Praktisches Beispiel
Eine Person mit schwerer Angst infolge eines Autounfalls nutzt EMDR, um die Erinnerung an den Unfall zu verarbeiten. Nach den Sitzungen kann sie an das Ereignis denken, ohne die emotionale und körperliche Intensität, die die Erinnerung zuvor begleitete.
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