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Angst-Glossar

Angst und ADHS — wechselseitige Beziehung

Angst und ADHS treten sehr häufig gemeinsam auf — etwa 50 % der Menschen mit ADHS haben eine komorbide Angststörung. Die Beziehung ist komplex und wechselseitig: ADHS kann sekundäre Angst verursachen (durch die Auswirkungen der ADHS-bedingten Schwierigkeiten auf das Leben), Angst kann ADHS-Symptome nachahmen oder verstärken, und beide Erkrankungen können unabhängig voneinander bestehen und gemeinsam auftreten.

Diagnostisch ist die Überschneidung erheblich: Beide können Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe, Schlafprobleme und Reizbarkeit verursachen. Die klinische Unterscheidung erfordert eine sorgfältige Beurteilung der Chronizität (ADHS seit der Kindheit), des Kontexts (Angst in bestimmten Situationen vs. durchgängig) und der Qualität der Aufmerksamkeit (bei ADHS kann Hyperfokus auf interessante Reize auftreten; bei Angst richtet sich der Fokus auf die Sorgen).

Die Behandlung muss beide Erkrankungen berücksichtigen — nur die Angst zu behandeln, wenn eine zugrunde liegende ADHS besteht, führt zu einem Teilerfolg, und umgekehrt.

💡 Praktisches Beispiel

Sophia hat ein nicht diagnostiziertes ADHS und entwickelte nach Jahren schulischer Schwierigkeiten, ständiger negativer Rückmeldungen und dem Gefühl, „es nicht zu schaffen", eine erhebliche Angst — eine Angst, die sekundär zum ADHS entstand. Nur die Angst zu behandeln, ohne das ADHS zu diagnostizieren, lässt die eigentliche Ursache unbehandelt.

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