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ADHS-Glossar

Präfrontaler Kortex

Der präfrontale Kortex ist der vordere Bereich des Gehirns, direkt hinter der Stirn gelegen, der für die kognitiven Funktionen höchster Ordnung zuständig ist: Planung, Entscheidungsfindung, Impulskontrolle, Emotionsregulation, Arbeitsgedächtnis und soziales Verständnis. Er wird oft als der "CEO des Gehirns" bezeichnet.

Bei ADHS zeigt der präfrontale Kortex strukturelle und funktionelle Unterschiede: Er ist im Volumen leicht kleiner (ein Unterschied, der mit zunehmendem Alter tendenziell abnimmt) und zeigt bei Aufgaben, die exekutive Kontrolle erfordern, eine geringere Aktivierung. Diese Unteraktivierung erklärt unmittelbar die ADHS-Symptome — Schwierigkeiten, Impulse zu hemmen, zu planen, die Aufmerksamkeit zu halten und Emotionen zu regulieren.

Die Reifung des präfrontalen Kortex ist erst mit etwa 25 bis 30 Jahren abgeschlossen (bei Menschen mit ADHS tendenziell später), was erklärt, warum die Jugend mit ADHS besonders herausfordernd ist und warum sich manche Symptome im Erwachsenenalter bessern.

💡 Praktisches Beispiel

Die Schwierigkeit eines Kindes mit ADHS, "innezuhalten und nachzudenken, bevor es handelt", ist buchstäblich ein Unterschied im Funktionieren des präfrontalen Kortex — keine bewusste Entscheidung und kein Mangel an Respekt.

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