Inhibitionskontrolle
Inhibitionskontrolle ist die Fähigkeit, automatische Reaktionen, Impulse und für den aktuellen Kontext irrelevante Gedanken zu unterdrücken. Sie zählt zu den bei ADHS am stärksten betroffenen Exekutivfunktionen und bildet die neurologische Grundlage vieler der sichtbarsten Symptome der Störung.
Ohne wirksame Inhibitionskontrolle handelt eine Person, bevor sie über die Konsequenzen nachdenkt, spricht ungefiltert, kann irrelevante Reize nicht ausblenden (Ablenkbarkeit), hat Schwierigkeiten, abzuwarten, und kann intensive Emotionen nicht rechtzeitig zügeln, bevor sie überschwappen.
Die Inhibitionskontrolle hängt unmittelbar von der Funktion des präfrontalen Kortex sowie vom dopaminergen und noradrenergen System ab. Deshalb verbessern stimulierende ADHS-Medikamente die Inhibitionskontrolle — indem sie die Verfügbarkeit von Dopamin und Noradrenalin an den präfrontalen Synapsen erhöhen.
💡 Praktisches Beispiel
Die Schwierigkeit, während eines wichtigen Meetings nicht aufs Handy zu schauen, obwohl man weiß, dass man es nicht tun sollte, ist eine beeinträchtigte Inhibitionskontrolle — der Impuls kommt schneller an, als die Fähigkeit, ihn zu blockieren.
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