Machen Antidepressiva abhängig?
Antidepressiva (SSRI und SNRI) machen im pharmakologischen Sinn nicht abhängig. Ein abruptes Absetzen kann jedoch ein Absetzsyndrom auslösen — deshalb sollten sie schrittweise ausgeschlichen werden.
Antidepressiva — besonders SSRI (Fluoxetin, Sertralin, Escitalopram) und SNRI (Venlafaxin, Duloxetin) — werden häufig mit „Medikamenten, die süchtig machen" verwechselt. Diese Unterscheidung ist wichtig:
Was nicht passiert: — Toleranz: Die therapeutische Dosis muss nicht ständig erhöht werden, um die Wirkung zu erhalten — zwanghaftes Verlangen: Es gibt keinen unmittelbaren Rauschzustand, der zu zwanghaftem Konsum führt — psychische Abhängigkeit: Die Person nimmt das Medikament nicht ein, um sich „high" zu fühlen, sondern um die Gesundheit zu erhalten
Was passiert und oft mit Abhängigkeit verwechselt wird: — Absetzsyndrom: Ein abruptes Absetzen kann Schwindel, Übelkeit, ein Gefühl wie „elektrische Schläge", Reizbarkeit und andere körperliche Symptome auslösen. Das erfordert ein schrittweises Ausschleichen — das ist keine Abhängigkeit, sondern eine körperliche Anpassung, die einen sorgfältigen Ausstieg erfordert. — Rückkehr der Symptome: Das Absetzen des Medikaments kann dazu führen, dass die Symptome der Depression oder Angst zurückkehren. Das ist die Krankheit, die wiederkehrt — kein Entzug.
Wie lange sollte man einnehmen: Grundsätzlich wird empfohlen, die Einnahme mindestens 6–12 Monate nach vollständiger Remission fortzusetzen, um einen Rückfall zu verhindern. Bei wiederkehrenden Depressionen (drei oder mehr Episoden) kann eine unbefristete Einnahme empfohlen werden — nicht wegen Abhängigkeit, sondern wegen des vorbeugenden Nutzens.
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