Was ist eine postpartale Depression?
Die postpartale Depression ist eine klinische Erkrankung, die 10–20 % der Mütter (und 4–10 % der Väter) nach der Geburt eines Kindes betrifft. Sie geht über den „Baby Blues" hinaus — sie hält an und beeinträchtigt die Versorgung des Babys und die Gesundheit der Mutter.
Die postpartale Depression gehört zu den am stärksten unterdiagnostizierten und stigmatisierten Diagnosen der psychischen Gesundheit. Sie betrifft etwa jede siebte Mutter — und einen kleineren, aber bedeutsamen Anteil der Väter.
Unterschied zum „Baby Blues": Der Baby Blues ist eine kurze Phase emotionaler Labilität in den ersten zwei Wochen nach der Geburt — normal, betrifft bis zu 80 % der Mütter und vergeht von selbst. Die postpartale Depression hält länger als zwei Wochen an, ist intensiver und beeinträchtigt das Funktionieren im Alltag.
Symptome: anhaltende Traurigkeit, übermäßiges Weinen, Reizbarkeit, das Gefühl, eine „schlechte Mutter" zu sein, Unfähigkeit, eine Bindung zum Baby aufzubauen, intensive Angst (besonders um das Wohlergehen des Babys), aufdrängende Gedanken, dem Baby zu schaden (die die Mutter mit Entsetzen erfüllen — sie deuten nicht auf eine reale Absicht hin), außergewöhnliche Erschöpfung, Rückzug von Freunden und Familie.
Ursachen: dramatische hormonelle Veränderungen nach der Geburt, extremer Schlafmangel, bereits bestehende biologische Vulnerabilität, fehlende soziale Unterstützung, Vorgeschichte von Depression oder Angst.
Behandlung: Sie ist wirksam und dringend — unbehandelt betrifft sie auch das Baby (Bindung, Entwicklung). KVT, interpersonelle Psychotherapie, Antidepressiva (manche sind auch während der Stillzeit unbedenklich). Partner und Familie müssen die Suche nach Behandlung aktiv unterstützen.
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