Machen Medikamente gegen Angststörungen abhängig?
Kommt auf das Medikament an. Benzodiazepine können bei längerer Einnahme abhängig machen. Antidepressiva (SSRI/SNRI) machen nicht abhängig, müssen aber schrittweise ausgeschlichen werden.
Es gibt zwei Hauptgruppen von Medikamenten gegen Angststörungen mit völlig unterschiedlichem Abhängigkeitsprofil:
Benzodiazepine (Diazepam, Lorazepam, Alprazolam): JA, sie können bei längerer Einnahme abhängig machen. Sie wirken schnell und sind für die akute Linderung wirksam, aber bei chronischer Einnahme (Wochen bis Monate) passt sich das Gehirn an — es entsteht Toleranz (für dieselbe Wirkung sind höhere Dosen nötig) und körperliche Abhängigkeit (Entzugssymptome beim abrupten Absetzen). Deshalb werden sie vorzugsweise nur kurzfristig empfohlen.
SSRI- und SNRI-Antidepressiva (Sertralin, Escitalopram, Paroxetin, Venlafaxin, Duloxetin): machen im pharmakologischen Sinn NICHT abhängig. Es gibt kein mit der Einnahme verbundenes Rauschgefühl, keine Toleranzentwicklung im selben Sinn und kein zwanghaftes Suchverhalten. Ein abruptes Absetzen kann jedoch ein Absetzsyndrom auslösen (Schwindel, Übelkeit, ein Gefühl wie „elektrische Schläge") — deshalb müssen sie schrittweise ausgeschlichen werden, was nicht mit Abhängigkeit gleichzusetzen ist.
Buspiron: ein nicht-benzodiazepinhaltiges Anxiolytikum ohne Abhängigkeitspotenzial, besonders nützlich bei der generalisierten Angststörung.
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