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ADHS-Glossar

Zurückweisungsdysphorie (RSD)

Die Zurückweisungsdysphorie (im Englischen Rejection Sensitive Dysphoria, RSD) ist eine intensive emotionale Überempfindlichkeit gegenüber tatsächlicher oder vermeintlicher Kritik, Zurückweisung, Scheitern oder Demütigung. Der US-Psychiater Dr. William Dodson beschreibt sie als eines der häufigsten und folgenreichsten Merkmale von ADHS im Erwachsenenalter. Der emotionale Schmerz während einer RSD-Episode ist echt, intensiv und schwer zu kontrollieren.

Die Zurückweisungsdysphorie ist kein offizielles Diagnosekriterium von ADHS, wird aber von einem großen Teil der Erwachsenen mit ADHS berichtet. Sie prägt das Verhalten deutlich: Vermeidung von Bewertungssituationen, lähmender Perfektionismus, intensives Maskieren von Schwierigkeiten, um nicht "entlarvt" zu werden, sowie das Beenden von Beziehungen oder Projekten beim ersten Anzeichen von Kritik.

Die Zurückweisungsdysphorie lässt sich mitunter schwer von Stimmungsepisoden einer bipolaren Störung unterscheiden — der Unterschied besteht darin, dass RSD-Episoden durch eine konkret wahrgenommene Zurückweisung ausgelöst werden, kürzer andauern und ohne diesen erkennbaren Auslöser nicht auftreten.

💡 Praktisches Beispiel

Eine leicht negative Feedback-E-Mail einer Kollegin kann bei jemandem mit Zurückweisungsdysphorie stundenlange intensive Scham, überwältigende Selbstkritik und Gedanken an eine Kündigung auslösen — selbst wenn das Feedback sachlich und konstruktiv war.

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