Masking (Maskierung)
Masking (Maskierung) bezeichnet den Prozess, ADHS-Merkmale und -Symptome zu unterdrücken, zu verbergen oder auszugleichen, um sozialen Erwartungen zu entsprechen. Die Person lernt, dass ihre natürlichen Verhaltensweisen — unterbrechen, sich bewegen, sich ablenken lassen, vergessen — inakzeptabel sind, und entwickelt Strategien, um sie zu verbergen.
Masking hat einen hohen Preis: Es verbraucht erhebliche kognitive und emotionale Energie, führt häufig zu Erschöpfung nach sozialen Situationen und kann die Diagnose verzögern, weil das nach außen gezeigte Verhalten "normal" wirkt. Frauen mit ADHS maskieren häufiger und intensiver, was zur weiblichen Unterdiagnose beiträgt.
Masking kann adaptiv sein (Strategien, die einer Person tatsächlich helfen, besser zu funktionieren) oder schädlich (Schwierigkeiten so weit zu verbergen, dass keine notwendige Hilfe gesucht wird). Ziel der Behandlung ist nicht, jede Anpassung abzuschaffen, sondern die Kosten übermäßiger Maskierung zu senken.
💡 Praktisches Beispiel
Eine Lehrerin mit ADHS, die vor ihren Schülerinnen und Schülern völlig organisiert wirkt — aber am Abend zuvor stundenlang alles vorbereitet und neu geordnet hat, damit es natürlich fließend aussieht —, maskiert intensiv.
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