Komorbidität
Komorbidität bezeichnet das gleichzeitige Vorliegen von zwei oder mehr Erkrankungen bei derselben Person. Bei ADHS sind Komorbiditäten extrem häufig — schätzungsweise haben mehr als 60 % der Betroffenen mindestens eine zusätzliche Diagnose.
Zu den häufigsten Komorbiditäten bei ADHS zählen: Angststörungen (bei bis zu 50 % der Fälle), Depression (30–40 %), oppositionelles Trotzverhalten bei Kindern, Legasthenie und andere umschriebene Lernstörungen, Störungen der sensorischen Verarbeitung sowie Autismus-Spektrum-Störungen.
Das Vorliegen von Komorbiditäten erschwert sowohl die Diagnose (Symptome können sich überschneiden) als auch die Behandlung (was für eine Störung wirkt, kann die andere beeinflussen). Deshalb ist eine vollständige diagnostische Abklärung, die alle vorliegenden Zustände berücksichtigt, entscheidend für einen wirksamen Behandlungsplan.
💡 Praktisches Beispiel
Eine Person mit diagnostizierter Depression, die nicht gut auf Antidepressiva anspricht, kann ein bislang unerkanntes ADHS als zugrundeliegende Ursache haben — wird nur die Depression behandelt, bleibt das Ansprechen oft unvollständig.
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