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ADHS-Glossar

Kognitive Belastung

Kognitive Belastung bezeichnet die Menge an geistigem Aufwand, die nötig ist, um Informationen zu verarbeiten und Aufgaben auszuführen. Bei ADHS ist die kognitive Belastung exekutiver Aufgaben — Planung, Hemmung, Emotionsregulation — deutlich höher als bei neurotypischen Gehirnen, da diese Funktionen nicht automatisch ablaufen, sondern bewusste Anstrengung erfordern.

Das hat praktische Folgen: Eine Person mit ADHS kann durchaus in der Lage sein, eine Aufgabe zu bewältigen, aber keinen verfügbaren "mentalen Raum" mehr haben, wenn sie mehrere Anforderungen gleichzeitig bewältigt. Was wie die Unfähigkeit wirkt, eine einfache Aufgabe zu erledigen, ist oft eine Sättigung der kognitiven Belastung.

Die Reduktion der kognitiven Belastung ist ein zentrales Prinzip vieler ADHS-Anpassungen: Checklisten (weniger zu merkende Elemente), einfache Organisationssysteme (weniger Entscheidungen), Automatisierung von Routinen (weniger bewusste Planung) und weniger reizintensive Umgebungen (weniger notwendige Filterung).

💡 Praktisches Beispiel

Eine Person mit ADHS, die ein stressiges Projekt bei der Arbeit managt, kann große Schwierigkeiten haben, sich daran zu erinnern, im Supermarkt einzukaufen — nicht weil sie es vergessen hat, sondern weil die gesamte kognitive Belastung des Tages keinen Raum mehr für eine weitere Aufgabe lässt.

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