Wie erkenne ich, ob ich ADHS habe?
Die ADHS-Diagnose erfordert eine Abklärung durch eine qualifizierte Fachperson — Psychiater oder spezialisierter Psychologe. Eine sichere Selbstdiagnose ist nicht möglich.
ADHS lässt sich nicht durch eine Blutuntersuchung oder Bildgebung bestätigen — die Diagnose ist klinisch und stützt sich auf ein ausführliches Gespräch, standardisierte Fragebögen und häufig auch auf Beobachtungen von anderen Personen (Familie, Partner, Lehrkräfte).
Anzeichen, die bei Erwachsenen auf ADHS hindeuten können: anhaltende Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement, chronisches Aufschieben, häufiges Vergessen, Mühe, sich bei langen oder eintönigen Aufgaben zu konzentrieren (bei gleichzeitigem Hyperfokus auf Interessensgebiete), Impulsivität (sagen oder tun, bevor man nachdenkt, Schwierigkeiten beim Warten), innere Unruhe (das Gefühl eines „laufenden Motors" selbst in Ruhephasen) sowie ähnliche Schwierigkeiten, die schon seit der Kindheit bestehen.
Die nächsten Schritte: eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Psychiatrie oder eine auf ADHS spezialisierte psychologische Praxis aufsuchen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in der Regel die Kosten nach Überweisung durch die Hausärztin oder den Hausarzt; die Terminservicestelle (116117) kann bei der Suche nach einem Facharzttermin helfen. Es kann hilfreich sein, Beobachtungen von Angehörigen oder Partnern zu bisherigem Verhalten mitzubringen.
Wichtig: Viele andere Erkrankungen verursachen ähnliche Symptome (Angststörungen, Depression, Schlafstörungen, Schilddrüsenunterfunktion). Deshalb ist die fachärztliche Abklärung unerlässlich — nicht nur um ADHS zu bestätigen, sondern auch um andere Ursachen auszuschließen.
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