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ADHS

Macht Ritalin abhängig?

In therapeutischer Dosierung bei ADHS macht Ritalin nicht abhängig. Das Abhängigkeitsrisiko wird häufig stark übertrieben und trifft auf den korrekten medizinischen Einsatz nicht zu.

Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta) ist ein Stimulans des zentralen Nervensystems — das weckt naturgemäß Sorgen wegen möglicher Abhängigkeit. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt jedoch, dass das Abhängigkeitsrisiko beim therapeutischen Einsatz gegen ADHS sehr gering ist.

Warum: Das Abhängigkeitsrisiko von Stimulanzien hängt mit hohen Dosen und der intravenösen oder intranasalen Einnahme zusammen (die einen schnellen Dopamin-Anstieg erzeugen — den Mechanismus hinter dem Belohnungsrausch). Bei den oralen, therapeutischen Dosen gegen ADHS steigt der Dopaminspiegel dagegen langsam und moderat an — ausreichend, um die Konzentration zu verbessern, aber ohne den abrupten Anstieg, der Abhängigkeit erzeugt.

Längsschnittstudien zeigen zudem, dass Kinder und Jugendliche mit ADHS, die medikamentös behandelt wurden, im Erwachsenenalter ein geringeres (nicht höheres) Risiko für Alkohol- und Drogenabhängigkeit haben als unbehandelte Betroffene — ein Hinweis darauf, dass unbehandeltes ADHS mit seinen Beeinträchtigungen und seiner Impulsivität ein größerer Risikofaktor für Suchterkrankungen ist als die Medikation selbst.

Das Absetzen kann dazu führen, dass die ADHS-Symptome zurückkehren (weil die Medikation behandelt, aber nicht heilt) — das sind keine relevanten Entzugssymptome, wie sie bei einer echten Abhängigkeit auftreten würden.

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