Ist ADHS erblich?
Ja. ADHS hat eine starke genetische Komponente — die geschätzte Erblichkeit liegt bei 70–80 %. Damit gehört ADHS zu den neurologischen Störungen mit der höchsten bekannten Erblichkeit.
ADHS zählt zu den neurologischen Entwicklungsstörungen mit der stärksten genetischen Komponente: Die Erblichkeit wird auf 70–80 % geschätzt, das heißt, der größte Teil der Risikovariation für ADHS lässt sich durch genetische Faktoren erklären.
In der Praxis: Hat ein Elternteil ADHS, liegt das Risiko für das Kind, ebenfalls ADHS zu entwickeln, bei etwa 40–60 %. Haben beide Elternteile ADHS, ist das Risiko noch höher. Auch ein Geschwisterkind mit ADHS erhöht das Risiko deutlich.
Es gibt kein einzelnes „ADHS-Gen" — viele Gene mit jeweils kleinem Effekt tragen gemeinsam zum Risiko bei. Neben genetischen Faktoren spielen auch Umweltfaktoren eine Rolle (extreme Frühgeburtlichkeit, Bleibelastung, pränatale Infektionen), diese erklären aber nur einen kleineren Teil des Risikos.
Das bedeutet auch: Wird bei einem Kind ADHS diagnostiziert, erkennen häufig ein Elternteil oder beide dieselben Muster bei sich selbst wieder — und gelangen nicht selten über die Diagnose ihres Kindes zur eigenen Diagnose.
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