Warum wird Angst nachts schlimmer?
Nachts verarbeitet das Gehirn ohne die Ablenkungen des Tages ungelöste Sorgen. Niedriges Cortisol, Stille und fehlende Ablenkung schaffen Raum für ängstliche Gedanken.
Viele Menschen mit Angst bemerken, dass die Symptome nachts schlimmer sind — besonders beim Versuch einzuschlafen. Dafür gibt es sowohl körperliche als auch psychologische Gründe:
Körperliche Gründe: Cortisol (das Stresshormon) erreicht morgens seinen Höchststand und sinkt abends. Bei Menschen mit einer gestörten Regulation der Cortisol-Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (bei Angst häufig) kann dieses Muster umgekehrt oder unregelmäßig sein. Auch andere stimmungsregulierende Botenstoffe nehmen während des Übergangs in den Schlaf ab.
Psychologische Gründe: Tagsüber halten Aufgaben, Gespräche und äußere Reize die Aufmerksamkeit gebunden. Nachts, ohne Ablenkung, „verarbeitet" das Gehirn Unerledigtes — ungelöste Sorgen, unbearbeitete Probleme, durchgekaute Konflikte.
Hilfreiche Strategien: „geplante Sorgenzeit" — 15–20 Minuten am Ende des Tages, gezielt zum Sich-Sorgen (und zu keiner anderen Zeit). Journaling vor dem Schlafengehen, um Sorgen „aus dem Kopf zu bekommen". Eine entspannende Routine vor dem Schlafengehen (warmes Bad, Lesen, Meditation). Eine Stunde vorher keine Bildschirme mehr. Atemtechniken beim Zubettgehen.
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