Können Kinder eine Angststörung haben?
Ja. Angst ist bei Kindern und Jugendlichen sehr verbreitet — und wird häufig unterdiagnostiziert. Trennungsangst, schulische Leistungsangst und soziale Phobie zählen im Kindesalter zu den häufigsten Formen.
Angst bei Kindern und Jugendlichen ist viel häufiger, als viele Eltern annehmen. Sie betrifft im Laufe der Entwicklung etwa 10–20 % aller Kinder und Jugendlichen.
Häufigste Formen:
Trennungsangst: intensive Furcht, sich von Bezugspersonen zu trennen — bis zu einem gewissen Alter normal, aber problematisch, wenn sie über das entwicklungstypische Maß hinaus anhält oder sehr stark ausgeprägt ist.
Schulische Leistungsangst: Angst vor Prüfungen, vor Fehlern, davor, „nicht gut genug" zu sein. Kann zu Schulvermeidung, körperlichen Beschwerden vor Prüfungen oder lähmendem Perfektionismus führen.
Soziale Phobie: starke Schüchternheit, die die Teilnahme an sozialen Situationen, Präsentationen vor der Klasse oder gemeinsamen Aktivitäten verhindert.
Generalisierte Angststörung: übermäßige Sorgen zu vielen Themen (Leistung, Gesundheit der Eltern, Zukunft) — das Kind wird als „perfektionistisch" oder „sehr verantwortungsbewusst" beschrieben.
Warnzeichen: häufige körperliche Beschwerden ohne medizinische Ursache (Bauchschmerzen vor der Schule), anhaltendes Vermeidungsverhalten, übermäßiges Weinen, Rückschritte im Verhalten, Schlafprobleme.
Behandlung bei Kindern: KVT, angepasst an das Kindesalter (mit Einbindung der Eltern), ist die Erstlinienbehandlung. Medikamente können bei schweren Verläufen angezeigt sein, abgeklärt durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie.
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