Beeinflusst ADHS den Schlaf?
Ja. Schlafprobleme sind bei ADHS sehr verbreitet — Schwierigkeiten, abends „abzuschalten", Einschlafprobleme, schweres Aufwachen. Und Schlafmangel verschlimmert alle ADHS-Symptome.
Etwa 75 % der Menschen mit ADHS haben deutliche Schlafprobleme — eine viel höhere Rate als in der Allgemeinbevölkerung. Die häufigsten Probleme:
Verzögerte Schlafphase: Die innere Uhr von Menschen mit ADHS läuft oft „nach" — Müdigkeit kommt erst spät abends, und früh aufzustehen ist wirklich schwer. Das ist keine Faulheit — es ist eine gestörte zirkadiane Regulation.
Ein Gehirn, das nicht abschaltet: Abends, wenn äußere Reize fehlen, beginnt das ADHS-Gehirn auf Hochtouren zu laufen — rasende Gedanken, Planen, Sorgen. Man spricht vom Phänomen „das Gedankenkarussell, das nicht stoppt".
Schlaflosigkeit: sowohl beim Einschlafen als auch beim Durchschlafen. Überstimulation vor dem Schlafengehen (Bildschirme, aufregende Aktivitäten) ist dabei ein Risikofaktor.
Der Teufelskreis: Schlafmangel verschlimmert alle ADHS-Symptome — besonders Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und emotionale Regulation. Und ADHS erschwert den Schlaf. Das erzeugt einen Teufelskreis, der oft gezielte Maßnahmen erfordert.
Was hilft: konsequente Schlafhygiene (feste Zeiten, eine Stunde vor dem Schlafengehen weniger Bildschirmzeit, dunkle und kühle Umgebung), niedrig dosiertes Melatonin (oft wirksam) und in manchen Fällen eine gezielte, ärztlich verordnete Schlafmedikation.
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