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Autismus

Haben autistische Menschen Empathie?

Ja. Autistische Menschen haben häufig eine sehr ausgeprägte Empathie — manchmal sogar im Übermaß. Der Mythos, autistische Menschen „hätten keine Empathie", verwechselt einen anderen Kommunikationsstil für Gefühle mit fehlender Empathie.

Der Mythos, autistische Menschen hätten keine Empathie, gehört zu den schädlichsten und falschesten Vorstellungen über Autismus. Die Realität ist komplexer und interessanter.

Was die Forschung zeigt: Autistische Menschen haben oft eine intensive affektive Empathie — sie spüren die Gefühle anderer tief, manchmal geradezu überwältigend. Unterschiedlich kann die kognitive Empathie sein — die Fähigkeit, aus subtilen nonverbalen Signalen schnell abzuleiten, was eine andere Person denkt oder fühlt. Diese automatische Ableitung kann bei autistischen Menschen weniger automatisch ablaufen.

Die „doppelte Empathie" (ein Konzept von Damian Milton): Die Schwierigkeit im gegenseitigen Verständnis zwischen autistischen und nicht-autistischen Menschen geht in beide Richtungen. Auch nicht-autistische Menschen haben Schwierigkeiten, die Perspektiven und Gefühle autistischer Menschen zu verstehen — historisch wurde aber nur die autistische Seite als „Empathiedefizit" bezeichnet.

Viele autistische Menschen beschreiben sehr intensive Empathieerfahrungen — den Schmerz anderer fast körperlich zu spüren, vom Leid anderer stark mitgenommen zu werden. Alexithymie (Schwierigkeiten, eigene Gefühle zu erkennen und zu benennen) — bei Autismus häufig — kann es erschweren, Empathie für neurotypische Menschen erkennbar auszudrücken, auch wenn das Gefühl selbst intensiv ist.

Kurz gesagt: Autistische Menschen haben Empathie — oft sogar sehr viel. Unterschiedlich ist, wie sie verarbeitet und ausgedrückt wird.

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