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ADHS-Glossar

Nachteilsausgleich bei ADHS

Nachteilsausgleich bezeichnet Anpassungen der Umgebung, der Aufgabenstellung oder der Bewertungsverfahren, die funktionelle Einschränkungen durch ADHS ausgleichen, ohne das Anforderungsniveau oder die Inhalte zu senken. Ziel ist es, gleiche Chancen zu schaffen — nicht einen Vorteil zu verschaffen, sondern den Nachteil auszugleichen, den eine neurologische Erkrankung mit sich bringt.

Im schulischen Bereich sind übliche Formen des Nachteilsausgleichs: zusätzliche Bearbeitungszeit bei Prüfungen, ein separater Raum zur Reduktion von Ablenkung, die Erlaubnis, Unterricht aufzuzeichnen, die Abgabe von Arbeiten in Teilabschnitten, mündliche Prüfungen als Alternative zu schriftlichen und Zugang zu Organisationshilfen. In Deutschland regelt das SGB IX den Anspruch auf Nachteilsausgleich in Schule, Ausbildung und Studium bei entsprechendem ärztlichen oder fachärztlichen Nachweis.

Am Arbeitsplatz gehören zu angemessenen Anpassungen: schriftliche Aufgabenkommunikation, Fristen mit Zwischenschritten, flexible Arbeitszeiten, Zugang zu einem ruhigen Arbeitsplatz und häufigeres Feedback.

💡 Praktisches Beispiel

Ein Studierender mit ADHS, der für eine Klausur regulär 3 Stunden hat, benötigt möglicherweise 4,5 Stunden — nicht weil der Stoff schwerer ist, sondern weil er nach Ablenkungen mehr Zeit braucht, um sich neu zu fokussieren und das Geschriebene zu überprüfen.

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