Angst vs. Panikstörung
Generalisierte Angst und Panikstörung sind unterschiedliche Zustände mit eigenen Mechanismen, Symptomen und Behandlungen. Den Unterschied zu verstehen hilft, die passende Unterstützung zu finden.
Generalisierte Angststörung (GAS)
Übermäßige, anhaltende und schwer kontrollierbare Sorge über mehrere Lebensbereiche, mit Muskelverspannung, Erschöpfung und Schlaflosigkeit. Chronisch, "im Hintergrund", an den meisten Tagen präsent.
Betrifft ca. 5–6 % der Bevölkerung
Panikstörung
Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken — sehr intensive Angstspitzen mit körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Atemnot und Kribbeln. Antizipatorische Angst vor weiteren Attacken.
Betrifft ca. 2–3 % der Bevölkerung
Detaillierter Vergleich
Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Ausbruch intensiver Angst oder Beklemmung, der innerhalb von Minuten seinen Höhepunkt erreicht. Um als Panikattacke eingestuft zu werden, müssen mindestens 4 der folgenden Symptome vorliegen:
Kriterien nach DSM-5. Die Diagnose erfordert eine fachliche Abklärung.
Häufige Fragen
Ist eine Panikattacke gefährlich?
Sie ist körperlich nicht gefährlich — niemand ist an einer Panikattacke gestorben. Aber die Erfahrung ist extrem angsteinflößend. Die Symptome (Herzklopfen, Atemnot, Brustschmerz) ähneln einem Herzinfarkt, was den Schrecken verstärkt. Die Gewissheit, dass die Attacke ohne körperlichen Schaden vorübergeht, ist zentraler Bestandteil der Behandlung.
Kann Angst Panikattacken auslösen?
Ja. Panikattacken können bei jeder Angststörung auftreten — sie sind nicht exklusiv für die Panikstörung. Der Unterschied zur Panikstörung ist, dass die Attacken wiederkehrend und unerwartet sind und antizipatorische Angst vor weiteren Attacken erzeugen.
Wie stoppt man eine Panikattacke?
Hilfreiche Techniken während einer Attacke: (1) Langsame Atmung — 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen, mit dem Zwerchfell; (2) Grounding 5-4-3-2-1 (5 Dinge benennen, die Sie sehen, 4, die Sie hören, 3, die Sie berühren können ...); (3) Sich daran erinnern, dass es vorübergeht und nicht gefährlich ist. In der Behandlung lehrt die interozeptive Konfrontation, die Empfindungen zu ertragen, ohne in Panik zu geraten.
Wirken SSRI bei beiden?
Ja — SSRI sind die medikamentöse erste Wahl sowohl bei generalisierter Angststörung als auch bei Panikstörung. Der Unterschied ist, dass Psychiater bei Panik oft anfangs kurzfristig ein Benzodiazepin ergänzen, um sofortige Erleichterung zu verschaffen, während das SSRI noch nicht wirkt.
Erkennen Sie Ihre Symptome
Nutzen Sie die Werkzeuge von Ausgeglichener Geist, um Ihre Stimmung und Ihr Wohlbefinden zu verfolgen.